Achalasie

Die Achalasie ist eine seltene, aber ernstzunehmende Erkrankung der Speiseröhre, die zu ausgeprägten Schluckstörungen führen kann. Betroffene haben Schwierigkeiten, Nahrung und Flüssigkeiten in den Magen zu transportieren. Oft bleibt die Erkrankung lange unerkannt, da die Symptome schleichend beginnen und mit anderen Beschwerden verwechselt werden können.

Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung sind entscheidend, um die Lebensqualität der Patienten deutlich zu verbessern.

Was ist Achalasie?

Die Achalasie ist eine chronische Funktionsstörung der Speiseröhre. Dabei kommt es zu einer Fehlfunktion des unteren Speiseröhrenschließmuskels (Ösophagussphinkter). Dieser Muskel öffnet sich normalerweise beim Schlucken, damit Nahrung in den Magen gelangen kann.

Bei Achalasie bleibt der Schließmuskel jedoch dauerhaft angespannt, während gleichzeitig die natürliche Beweglichkeit (Peristaltik) der Speiseröhre nachlässt. Dadurch staut sich die Nahrung in der Speiseröhre.

Typische Symptome einer Achalasie

Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam über Monate oder Jahre. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Schluckstörungen (Dysphagie) für feste und flüssige Nahrung

  • Regurgitation, also Rückfluss unverdauter Speisen

  • Brustschmerzen oder Druckgefühl hinter dem Brustbein

  • Gewichtsverlust durch erschwertes Essen

  • Hustenanfälle oder Atemprobleme, besonders nachts

  • Sodbrennen-ähnliche Beschwerden, obwohl keine klassische Refluxkrankheit vorliegt

Da Achalasie oft mit Reflux oder anderen Magen-Darm-Erkrankungen verwechselt wird, ist eine spezialisierte Abklärung wichtig.

Ursachen und Entstehung

Die genaue Ursache der Achalasie ist noch nicht vollständig geklärt. Experten gehen davon aus, dass es zu einer Schädigung der Nervenzellen in der Speiseröhre kommt. Dadurch kann die Muskulatur nicht mehr richtig gesteuert werden.

Mögliche Auslöser sind:

  • autoimmune Prozesse

  • virale Infektionen

  • genetische Faktoren (selten)

Achalasie ist nicht ansteckend, tritt jedoch meist im Erwachsenenalter zwischen 30 und 60 Jahren auf.

Diagnose: Wie wird Achalasie festgestellt?

Die Diagnose erfolgt durch spezielle Untersuchungen, meist in gastroenterologischen oder chirurgischen Zentren. Wichtige Verfahren sind:

Ösophagus-Manometrie

Die wichtigste Untersuchung zur Messung des Drucks und der Muskelbewegung in der Speiseröhre.

Gastroskopie

Dient zum Ausschluss anderer Ursachen wie Tumoren oder Entzündungen.

Breischluck-Röntgen

Zeigt typischerweise eine Erweiterung der Speiseröhre mit spitz zulaufendem Übergang zum Magen („Sektglas-Form“).

Behandlungsmöglichkeiten bei Achalasie

Da Achalasie nicht heilbar im klassischen Sinn ist, zielt die Therapie darauf ab, den Druck am Mageneingang zu senken und den Nahrungstransport zu erleichtern.

Pneumatische Dilatation

Der Schließmuskel wird durch einen Ballon gedehnt. Diese Methode kann wirksam sein, muss aber manchmal wiederholt werden.

Botox-Injektion

Botulinumtoxin entspannt den Muskel kurzfristig, wird meist bei älteren oder nicht operationsfähigen Patienten eingesetzt.

Chirurgische Myotomie (Heller-Myotomie)

Ein bewährtes Operationsverfahren, bei dem die Muskelfasern am unteren Speiseröhrenende durchtrennt werden.

POEM (Perorale endoskopische Myotomie)

Eine moderne, minimal-invasive endoskopische Technik, die besonders effektiv ist und zunehmend häufiger eingesetzt wird.

Leben mit Achalasie

Mit einer passenden Therapie können viele Patienten ein nahezu normales Leben führen. Wichtig sind:

  • regelmäßige Nachkontrollen

  • Anpassung der Ernährung (kleinere Portionen, langsames Essen)

  • frühzeitige Behandlung von Komplikationen wie Entzündungen oder Aspirationsproblemen

Unbehandelt kann Achalasie langfristig zu einer starken Erweiterung der Speiseröhre und erhöhtem Risiko für Folgeerkrankungen führen.

Fazit: Achalasie früh erkennen und gezielt behandeln

Die Achalasie ist eine seltene Erkrankung, die jedoch gut behandelbar ist, wenn sie rechtzeitig diagnostiziert wird. Moderne Verfahren wie POEM oder chirurgische Myotomie bieten hervorragende Chancen auf eine deutliche Symptomverbesserung und mehr Lebensqualität.

Wenn Sie unter anhaltenden Schluckbeschwerden leiden, sollten Sie eine spezialisierte Abklärung in unserem Zentrum durchführen lassen.

 

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