Magenentleerungs-Störung (Gastroparese)

Eine Magenentleerungs-Störung, medizinisch als Gastroparese bezeichnet, ist eine chronische Erkrankung, bei der sich der Magen nur verzögert entleert. Dadurch verbleibt die Nahrung länger im Magen, was zu erheblichen Beschwerden und Einschränkungen der Lebensqualität führen kann.

Gastroparese tritt häufig bei Patienten mit Diabetes mellitus, nach Operationen oder bei neurologischen Erkrankungen auf. In vielen Fällen bleibt die Ursache jedoch unklar.


Typische Symptome einer Gastroparese

Patientinnen und Patienten mit Gastroparese berichten häufig über:

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Völlegefühl bereits nach kleinen Mahlzeiten

  • Blähungen und Oberbauchschmerzen

  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust

  • Sodbrennen und Refluxbeschwerden

Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um Komplikationen wie Mangelernährung oder Dehydrierung zu vermeiden.


Medikamentöse Therapie bei Gastroparese

Die Behandlung beginnt meist mit einer Kombination aus Ernährungsanpassung und Medikamenten. Ziel ist es, die Magenbewegung zu fördern und Symptome zu lindern.

Häufig eingesetzte Medikamente sind:

  • Prokinetika (zur Förderung der Magenentleerung)

  • Antiemetika (gegen Übelkeit und Erbrechen)

  • Medikamente zur Reduktion von Schmerzen oder Reflux

Die medikamentöse Therapie ist oft wirksam, reicht jedoch bei schweren Verläufen nicht immer aus.


Ballondilatation des Pylorus (pneumatische Dilatation)

Eine moderne endoskopische Option ist die Ballondilatation des Pylorus, auch pneumatische Dilatation genannt.

Dabei wird der Magenpförtner (Pylorus) mithilfe eines Ballons gedehnt, um den Nahrungstransport in den Dünndarm zu erleichtern. Diese Methode ist minimal-invasiv und kann besonders bei funktionellen Engstellen wirksam sein.

Vorteile:

  • Schonender Eingriff ohne große Operation

  • Verbesserung der Magenentleerung

  • Kurze Erholungszeit


Botox-Injektion in den Pylorus

Eine weitere endoskopische Therapie ist die Botox-Injektion in den Magenpförtner.

Botulinumtoxin entspannt die Muskulatur des Pylorus und kann dadurch den Abfluss aus dem Magen verbessern. Die Wirkung ist häufig zeitlich begrenzt, kann jedoch bei ausgewählten Patienten deutliche Symptomlinderung bringen.

Diese Methode wird oft eingesetzt:

  • bei therapieresistenter Gastroparese

  • als diagnostischer Test vor weiterführenden Eingriffen


Magenschrittmacher (Gastrische elektrische Stimulation)

Bei schwerer, chronischer Gastroparese kann ein Magenschrittmacher eine sinnvolle Therapieoption darstellen.

Dabei wird ein kleines Gerät implantiert, das elektrische Impulse an die Magenmuskulatur sendet. Dies kann insbesondere Übelkeit und Erbrechen reduzieren.

Geeignet für:

  • Patienten mit schwerer diabetischer Gastroparese

  • Fälle mit unzureichendem Ansprechen auf Medikamente

Der Magenschrittmacher stellt eine etablierte Option in unserem Zentrum dar.


Magenbypass als letzte Therapieoption

In besonders schweren Fällen, wenn alle anderen Therapien versagen, kann ein Magenbypass oder eine andere chirurgische Umleitung des Nahrungstransports erwogen werden.

Der Eingriff verändert den Magen-Darm-Passageweg und kann:

  • die Entleerung erleichtern

  • Symptome langfristig reduzieren

  • die Ernährungssituation verbessern

Chirurgische Verfahren sind jedoch mit höheren Risiken verbunden und werden nur nach sorgfältiger Abwägung empfohlen.


Fazit: Individuelle Behandlung bei Gastroparese

Die Gastroparese ist eine komplexe Erkrankung, die eine individuell angepasste Therapie erfordert. Neben Medikamenten stehen heute moderne Verfahren wie Ballondilatation, Botox-Injektion, Magenschrittmacher und in schweren Fällen auch ein Magenbypass zur Verfügung.

Eine Behandlung sollte stets interdisziplinär erfolgen – idealerweise in unserem Zentrum.

 

 

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